Waldschutz

 

Kranke Fichten im Teutoburger Wald - Foto -Christian Thieme

Kranke Fichten im Teutoburger Wald, 2019 – Foto: Christian Thieme

 

Waldschützer – Experten, die sich einmischen

(ah) Viele sagen und veröffentlichen allerlei zum Thema Wald. Was dabei herauskommt ist sehr unterschiedlich, je nachdem auf welchen Bereich man sich fokussiert. Politiker und viele Forstbeamte legen den Fokus auf die Wirtschaftlichkeit eines Waldes. Er soll den Waldbesitzer Geld bringen. Was diese Ausrichtung erzeugt erleben wir gerade: Der Wald in Deutschland stirbt. Dringend müssen alte Wälder geschützt und kranke Wälder umgebaut werden, weg von Mono-, hin zu Mischkulturen. Experten mit Erfahrung sind gefragt. Hier werden einige vorgestellt.

 

Lutz Fähser: geboren 1944, Diplom-Forstwirt, verheiratet, zwei Kinder. Studium der Forstwissenschaften in Freiburg und München. Promotion 1977 an der Universität in Freiburg. Von 1986 bis 2010 leitender Forstdirektor des Stadtforstamtes in Lübeck, u.a. auch Lehrbeauftragter an der Universität Kiel. In Lübeck führte Fähser das Konzept der „naturnahen Waldnutzung“ ein. Lutz Fähser entwickelte als promovierter Forstwirt das Konzept der „Naturnahen Waldnutzung“. Viele Jahrzehnte wendete er das Vorgehen in dem 5.000 Hektar großen Lübecker-Stadtwald an und baute den Wald langsam um. Sein Konzept der „Naturnahen Waldnutzung“ wurde zur Grundlage der ersten ökosozialen Zertifizierung von Forstbetrieben in Deutschland durch „Naturland e.V.“. Der Stadtwald Lübeck erhielt das erste Zertifikat dieser Art im Jahr 1997. Es folgte die internationale FSC-Zertifizierung im Jahr 1998.

 

Volker Ziesling, Speyer. 1959 geboren, seit 2022 im Ruhestand. Studium in Forstwissenschaft an der Universität Freiburg,  jüngster Forstamtsleiter in Otterberg und damit in Rheinland-Pfalz, danach bei Landesforsten, zuständig für den Staatswald in Rheinland-Pfalz. 2002 Abteilungsleiter bei der Forstdirektion der Struktur- und Genehmigungs-Direktion (SGD) Süd in Neustadt. Die Forstpolitik des Landes fokussierte den wirtschaftlichen Bereich. Aspekte wie Artenvielfalt, Nachhaltigkeit und Erholung spielen eine untergeordnete Rolle. Das missfiel ihm zunehmend. Er gründete die BI Waldwende-jetzt im Jahr 2020. Ziesling berät Waldinitiativen in verschiedenen Bundesländern, derzeit etwa 30 an der Zahl in RLP, BaWü und Hessen.

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Volker Ziesling – Waldwende, Foto: privat

 

Peter Wohlleben, Wershofen. 1964 geboren, Kindheit in Bonn, später in Sinzig am Rhein. Studium an der Fachhochschule für Forstwirtschaft in Rottenburg am Neckar. Beamter in der Landesforstverwaltung Rheinland-Pfalz, dann Büroleiter eines Forstamtes. Im Oktober 2006 kündigte er die Beamtenstelle auf Lebenszeit. Heute tätig in seinem Traumrevier in der Eifel. Autor vieler Bücher und Gründer der Waldakademie im Jahr 2016. Seine Frau Miriam und er gründeten 2021 „Wohllebens Wald und Wildnis gGmbH“, eine gemeinnützige GmbH, die sich für den Erhalt der Wälder in Deutschland einsetzt, u.a. durch Beschreiten des Rechtswegs, um geltende Bestimmungen zum Schutz der Wälder umzusetzen, z.B. bei Holzeinschlag in Naturschutzgebieten. Mehr

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Peter Wohlleben – Foto: www.wohllebens-waldakademie.de

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gerald Klamer. 1967 geboren, 25 Jahre Förster in Hessen bis 2021. Gekündigt, Wohnung aufgegeben, 6.000 Kilometer durch Deutschland gewandert, um auf die Situation des Waldes aufmerksam zu machen. Dadurch entstand das Projekt „Waldbegeisterung“. Im Rahmen des Projekts ist Klamer als Blogger, Referent und Autor tätig, z.B.  “Der Waldwanderer” am 28.7.2022 im Malik Verlag erschienen. Und er wandert weiter, u.a. in den Urwäldern der Karpaten (Slowakei, Rumänien). Aktuell arbeitet er dazu an einem weiteren Buch. Blogs: Waldbegeisterung und Trekking wild  Mehr

Gerald Klamer – Waldbegeisterung, Foto: privat

 

 

Holz – nicht zur Energiegewinnung geeignet?!

Juni 2022 (fm) Mehr als 500 internationale Wissenschaftler verfassten am 11. Februar 2021 einen öffentlichen Brief (u.a.) an die Regierungen der EU und der USA . Sie warnen davor Holz zur Gewinnung von Energie zu verwenden, u.a. weil, das Verbrennen von Holz weder „klimaneutral“ noch nachhaltig ist. Genau das Gegenteil, Holz sei ein klimaneutraler Energielieferant, der nachwächst, wird oft als Argumentation verwendet. Artikel dazu bei Robin Wood.  Zum Originaldokument

 

Hitze, Borkenkäfer, Fichtensterben – Unser Wald leidet

Wälder sind ein wichtiges Ökosystem für viele Tier- und Pflanzenarten, den Menschen dient er als Erholungsort. Wälder sind als CO2-Senke ein wirksames „Gegenmittel“ im Rahmen des Klimawandels. Außerdem bietet der Wald mit seiner Ressource Holz, Bau- und Heizmaterial. 

Vor etwa 300 Jahren legte Hans Carl von Carlowitz das Prinzip der Nachhaltigkeit für die Bewirtschaftung der deutschen Wälder fest: Nur so viel Wald soll geschlagen werden, wie nachwachsen kann. Der Vorrat an ausgewachsenen Bäumen sollte nicht eher gefällt werden, bis genug Ressourcen nachgewachsen sind. 
Beobachtet man die Methoden der industrialisierten Waldwirtschaft mit Harvestern und anderen schweren Maschinen ist der Wertschätzende Umgang mit dem Wald in Frage zu stellen. Bodenverdichtung, Verwüstung, die Zerstörung des Bodenlebens sind die Folgen. Dem Wald wird zudem mehr Holz entnommen, als er nachliefern kann. Der Nutzungsdruck hat zugenommen, die Nachfrage nach dem Rohstoff Holz auf dem Weltmarkt ist groß. Biotop- und Totholzstrukturen verschwinden aufgrund der exzessiven Holznutzung.

Etwa die Hälfte der Gesamtwaldfläche in Deutschland ist höchstens 60 Jahre alt. Der Wald braucht Schutz. Jeder kann dabei helfen und sparsam mit Holz und Papierprodukten umgehen. Das schont die Ressourcen.
Mehr: https://www.bundesbuergerinitiative-waldschutz.de/unsere-positionen/waldmanifest/

https://www.bundesbuergerinitiative-waldschutz.de