Klimaschützer Wald

Yarra Rainforest, Yarra Ranges, Vic. Australien - Foto: Frank Möller
Yarra Rainforest, Yarra Ranges, Vic. Australien – Foto: Frank Möller

 

Je mehr Wald desto besser für’s Klima

Der Wald steht lokal und global, in enger Wechselwirkung mit dem Klima. Er spielt eine zentrale Rolle bei der Sauerstofferzeugung, der Minderung der Treibhausgase und im Wasserkreislauf. Lokal hat der Wald einen ausgleichenden Einfluss auf das Umgebungsklima und befreit die Luft von Verunreinigungen. Daher ist der Wald einer der größten Klimaschützer unseres Planeten.

Wald als Speicher und Senke

Der Wald ist ein Speicher für Kohlenstoff und gleichzeitig eine Senke für das klimawirksame Gas Kohlendioxid (CO2).

Wald hat er eine Speicherfunktion für den im klimawirksamen Gas Kohlendioxid (CO2) gebundenen Kohlenstoff. Die Bäume nutzen bei der Photosynthese das Kohlendioxid aus der Luft zum Aufbau ihrer Pflanzenmasse. Dabei produzieren sie Sauerstoff. Eine Fichte entzieht – indem sie den Kohlenstoff für ihren Pflanzenaufbau nutzt und Sauerstoff freisetzt – im Laufe von 10 Jahren der Atmosphäre fast zwei Tonnen CO2.

Senkefunktion: Der Wald in Deutschland wirkt derzeit als Senke , indem er die Atmosphäre jährlich um rund 58 Mio. Tonnen Kohlendioxid entlastet (Dunger, K. et al. (2016): Wälder (4A). In Gniffke P. (Ed) Nationaler Inventarbericht zum Deutschen Treibhausgasinventar 1990 – Deutschland 2014, Kap. 6.4 – Wälder. Umweltbundesamt, Climate Change 23/2016). Aktuell sind rund 2,5 Milliarden Tonnen Kohlenstoff in den deutschen Wäldern und Waldböden bis 90 cm Tiefe gebunden (13 Datenbasis: Bundeswaldinventur 2012 und zweite Bodenzustandserhebung im Wald (BZE II, Erhebungszeitraum 2006 – 2008). Das sind rund 224 Tonnen Kohlenstoff pro Hektar.

Solange der Holzzuwachs die Nutzung übersteigt, erhöhen sich die Kohlenstoffvorräte in den Wäldern, liegen die Nutzungen jedoch über dem Zuwachs, sinken diese.

Aufforstung dringend erforderlich

Forscherinnen und Forscher aus der Schweiz, Frankreich und Italien, um den Ökologen Thomas Crowther von der ETH Zürich, haben die Flächen vermessen, die weltweit für Aufforstungsprojekte genutzt werden könnten.

Laut dem Weltklimarat (IPCC) müssen, um die Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius zu beschränken, bis 2050 nicht nur die klimaschädlichen Treibhausgas-Emissionen begrenzt, sondern auch rund eine Milliarde Hektar Land neu mit Bäumen bepflanzt werden. Durchaus erreichbar, meinen die ETH-Forscher zur klimarettenden Aufforstung. Nach ihren Berechnungen stünden 900 Millionen Hektar auf dem gesamten Globus zu diesem Zweck zur Verfügung. Das entspräche fast der Fläche der USA oder der 25-fachen Fläche Deutschlands. Demnach könne die Bewaldung der Erde um etwa ein Drittel zunehmen. Städte oder die Landwirtschaft würden dadurch nicht beeinträchtigt, schreiben die Forscher. Die zusätzliche Waldfläche hätte das Potenzial, etwa zwei Drittel (205 Milliarden Tonnen Kohlenstoff) der historischen CO2-Emissionen (ca. 300 Milliarden Tonnen) aus der Luft zu entfernen. Mehr: Wissenschaftsjournal Science

 

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