Deutscher Wald

bannwald bei Lemgo-Lüerdissen - Foto: Frank Möller
Bannwald bei Lemgo-Lüerdissen – Foto: Frank Möller

 

Der Wald als Gesundbrunnen

5.10.2020 (ah) Nicht erst seit Peter Wohlleben und seinen lesenswerten Büchern über den Wald beginnen die Menschen den Wald und die Bäume zu schätzen. Sie merken das Grün tut ihnen gut und es ist durch nichts zu ersetzen. Die Bewegung in der Natur und zunehmend das sog. Waldbaden gehören zu den gesuchten Erholungsfaktoren der Menschen. In Japan gibt es etablierte Waldtherapiezentren. An der LMU in München wird am Lehrstuhl „Public Health“ ein Konzept zur Weiterbildung zum Waldtherapeuten entwickelt. Hier lernt man u.a. mit ätherischen Baumölen zu arbeiten. Was der Wald bewirken kann:

Bäume sind verletzlich und unersetzlich. Der abnehmende Baumbestand führt uns das unmissverständlich vor Augen. Lassen wir es nicht dazu kommen, das die Menschheit eines Tages nur noch den Verlust bedauern kann. Den Wald schätzen, nutzen und erhalten sind notwendig, damit der Wald als Gesundbrunnen auch weiterhin zur Verfügung steht.

 

 

Deutsche Wälder sind Kulturlandschaften

32 Prozent (11,4 Mio. Hektar) der Landesfläche sind bewaldet, nach den Ergebnissen der Bundeswaldinventur 2012. Die Waldlandschaft in Deutschland hat der Mensch im Laufe der Jahrtausende in Kulturlandschaften, überwiegend in Wirtschaftswälder verändert. Unsere Wälder sind geprägt durch menschliche Tätigkeit. Urwälder gibt es keine mehr.

Baumarten

Vier Baumarten prägen den Wald in Deutschland.

Die Ergebnisse der Bundeswaldinventur 2012 zeigen: In Deutschlands Wäldern gibt es gegenüber 2002 rund 7 Prozent mehr Fläche mit Laubbäumen. Aktuell haben sie einen Anteil von 43 Prozent des Holzbodens. Die flächenmäßig wichtigsten Laubbäume sind Buche (15 Prozent) und Eiche (10 Prozent) gefolgt von Birke (ca. 4 Prozent), Erle, Esche und Ahorn (mit jeweils ca. 2 Prozent). Besonders stark zugenommen hat die Buchenfläche mit einem Plus von 102.000 Hektar (+6 Prozent), die damit ihren Trend von 1987 bis 2002 in den alten Ländern fortsetzte. Aber auch die Flächenanteile anderer Laubbaumarten wurden ausgeweitet.

Der Nadelbaumanteil geht zurück: Zwischen 2002 und 2012 sank er um 267.000 Hektar (ca. 4 Prozent). Besonders betroffen ist die Fichte: Sie nahm um 242.000 Hektar (-8 Prozent) ab. Flächenmäßig relevant sind Lärche (ca. 3 Prozent), Tanne und Douglasie (jeweils ca. 2 Prozent). Bei den Nadelbäumen haben nur die Douglasie (+ 35.000 Hektar) und die Tanne (+ 19.000 Hektar) an Fläche zugenommen.

Gefahren für den Wald

Neben der Waldwirtschaft (Abholzung und Rodung) wirken vor allem Luftverunreinigungen, Klimawandel, Wildverbiss, Umwandlung und Zerschneidung sowie gebietsfremde invasive Arten negativ auf die Wälder. Wälder stehen in Wechselwirkung mit angrenzenden Landschaftsteilen und Ökosystemen. Die dort zu beobachtenden Rückgänge der biologischen Vielfalt (z. B. Rückgang heimischer Blühpflanzen, Insekten, Vögel, Fledermäuse etc.) wirken auch auf die Wälder zurück.

Waldflächen, die wegen ihrer besonderen Bedeutung für den Naturhaushalt mit einem Schutzstatus nach dem Bundesnaturschutzgesetz versehen sind, können in den meisten Fällen weiter forstlich bewirtschaftet werden. Nutzungen werden nur dann einschränkt, soweit dies zum Erreichen der jeweiligen Schutzziele erforderlich erscheint. Aufgrund von Naturschutzauflagen war die Holznutzung zum Zeitpunkt der Bundeswaldinventur 2012 auf 1,4 Prozent der Waldfläche vollständig untersagt. Auf weiteren 1,9 Prozent (BWI-2012) ist die Nutzung durch Naturschutz eingeschränkt.

Waldflächen ohne forstwirtschaftliche Nutzung sind wichtige Rückzugsräume für bestimmte Tier- und Pflanzenarten im Wald. Sie sind auch als Referenzflächen und Naturerfahrungsräume von Bedeutung. Entsprechend enthält die Nationale Strategie zur Biologischen Vielfalt (NBS) der Bundesregierung das Ziel, dass 2020 der Flächenanteil der Wälder mit natürlicher Waldentwicklung (NWE) 5 Prozent beträgt. Ergebnisse eines Forschungsvorhabens dazu werden voraussichtlich 2019 vorliegen.

Wald-Gesetze

Das Bundeswaldgesetz (BWaldG) ist in Kraft seit dem 8. Mai 1975. Wälder sind wichtige Lebensräume für Tiere und Pflanzen. Sie schützen Boden, Wasser sowie Klima und reinigen die Luft. Neben dem nachwachsenden Rohstoff Holz stellen sie Pilze, Schmuckgrün und andere Verbrauchsgüter zur Verfügung. Nicht zuletzt sind sie ein bedeutender Erholungsraum. Der Wald steht im Mittelpunkt vielfältiger und zum Teil gegenläufiger Interessen und Anliegen. Gesetzlicher Auftrag der Waldpolitik ist es, einen Ausgleich zwischen den Interessen der Allgemeinheit und den Belangen der Waldbesitzer herbeizuführen (§ 1 BWaldG).

Gemäß § 1 des Gesetzes zur Erhaltung des Waldes und zur Förderung der Forstwirtschaft (Bundeswaldgesetz,) ist:

  1. der Wald wegen seines wirtschaftlichen Nutzens (Nutzfunktion) und wegen seiner Bedeutung für die Umwelt, insbesondere für die dauernde Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes, das Klima, den Wasserhaushalt, die Reinhaltung der Luft, die Bodenfruchtbarkeit, das Landschaftsbild, die Agrar- und Infrastruktur und die Erholung der Bevölkerung (Schutz- und Erholungsfunktion) zu erhalten, erforderlichenfalls zu mehren und seine ordnungsgemäße Bewirtschaftung nachhaltig zu sichern
  2. die Forstwirtschaft zu fördern und
  3. ein Ausgleich zwischen dem Interesse der Allgemeinheit und den Belangen der Waldbesitzer herbeizuführen.

 

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