Baumschutz

Brinkmesche Detmold - Foto: Annette Heuwinkel-Otter
Die Brinkmesche bei Detmold – Foto: A. Heuwinkel-Otter

Was leistet ein Baum?

Bäume speichern CO2. Junge Bäume speichern geringe Mengen CO2. Eine Buche muss etwa 80 Jahre alt werden, um eine Tonne CO2 (= 1.000 Kilogramm) aufzunehmen. Solche Buchen speichert damit zwischen 12 bis 13 Kilogramm CO2 pro Jahr. Um eine Tonne CO2 zu kompensieren, wären rund 80 Bäume notwendig. Für den Jahresausstoß pro Bürger von ca. 10 Tonnen wären das im Durchschnitt 800 Bäume: Ein kleiner Wald. Kaum zu realisieren, vor allem nicht in Städten. Dennoch: Bäume sind in der Stadt sehr sinnvoll. Sie spenden Schatten und sorgen für Frischluft. Deshalb Bäume pflanzen und jeder Baum, vor allem alte Bäume schützen! 

Anmerkung: 2015 gabt der Weltklimarat an die Pro-Kopf-Emissionen jedes Erdenbürgers dürfen nicht mehr als zwei Tonnen CO2 pro Jahr betragen. Jeder Deutsche kam zu der Zeit aber bereits auf elf Tonnen. 2018 produzierte jeder Deutsche weniger, rund 8,4 Tonnen Kohlenstoffdioxid. Durchschnittlich entstanden im Jahr 2018 weltweit 4,8 Tonnen CO2- Emissionen pro Erdenbürger. Mehr

 

Bäume sind Heiligtümer

so beschrieb es Hermann Hesse in seinem gleichlautenden Gedicht:
„Bäume sind Heiligtümer. Wer mit ihnen zu sprechen, wer ihnen zuzuhören weiss, der erfährt die Wahrheit. Sie predigen nicht Lehren und Rezepte, sie predigen, um das einzelne unbekümmert, das Urgesetz des Lebens.

Ein Baum spricht: In mir ist ein Kern, ein Funke, ein Gedanke verborgen, ich bin Leben vom ewigen Leben. Einmalig ist der Versuch und Wurf, den die ewige Mutter mit mir gewagt hat. Einmalig ist meine Gestalt und das Geäder meiner Haut; einmalig das kleinste Blätterspiel meines Wipfels und die kleinste Narbe meiner Rinde. Mein Amt ist, im ausgeprägten Einmaligen das Ewige zu gestalten und zu zeigen. …“

Kann man es schöner sagen? Bäume sind einzigartig. Der Mensch braucht sie und die Bäume brauchen den Schutz der Menschen. Nicht jeder Baum aber zunehmend mehr Bäume, vor allem alte Bäume benötigen Schutz vor Verstümmelungen oder Fällungen, da sie besonders wertvoll für das Klima sind.

Deshalb gilt für Bäume, Sträucher und Hecken in der Regel der sog. Bestandschutz. Massive Rückschnitte sind nicht erlaubt vom 1. März bis zum 30. September. Damit sollen die Nist-, Lebens- und Brutstätte von Tieren geschützt werden.

 

Baumschutz

Der sog. Baumschutz betriff meist Einzelbäume und ist damit vom Waldschutz zu unterscheiden. Baumschutzmaßnahmen sind Ländersache. Sie setzen ein bei Baumaßnahmen (Straßen, Gewerbebetriebe, Landwirtschaftsbetriebe und privaten Bauvorhaben). Die rechtliche Grundlage bildet das Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG). Schützenswert sind zumeist Bäume ab einem gewissen Stammumfang meist oberhalb von 40 cm bis 100 cm. Zur Orientierung: eine Birke benötigt etwa 15 Jahre um einen Stammumfang von 40 cm zu erreichen, eine Eiche 32 Jahre. Die Baumart, die Beschaffenheit des Bodens, der Standort, (Straße, Ackerfläche) Klimaeinflüsse (Nässe, Trockenheit) beeinflussen das Baumwachstum. Beim Baumschutz kommt es darauf an, wo der zu schützende Baum seinen Standort hat. Welche Vorhaben zulässig bzw. unzulässig sind regelt u.a. das Baugesetzbuch. Zu unterscheiden sind der bauliche Innen- und Außenbereich sowie private und öffentliche Bäume. Bäume müssen die Verkehrssicherheit gewährleisten. Diesbezüglich haben Baumschutzinitiativen und Fachbehörden oft unterschiedliche Ansichten.

 

Naturdenkmale

Der Schutz von Naturdenkmalen (Einzelschöpfungen oder Flächen von bis zu fünf Hektar) ist im § 28 Bundesnaturschutzgesetz und in Naturschutzgesetzen der Bundesländer festgeschrieben und beinhaltet ein Verbot der Veränderung. Damit dürfen Naturdenkmale aufgrund des Naturverständnisses, ihrer Seltenheit, Schönheit, ihres wissenschaftlichen und/oder heimatkundlichen Wertes nicht verändert werden. Naturdenkmale auf privaten Flächen unterstehen den Unteren Naturschutzbehörden, auf öffentlichen Flächen sind Grünflächen- oder Gartenämter zuständig. Im baulichen Außenbereich ist ihr Schutz in den Landschaftsplänen festgelegt. Zuständig sind zumeist die Unteren Naturschutzbehörden, Grünflächen- oder Gartenämter übernehmen die notwendigen Pflegemaßnahmen.

Alleen können ebenfalls Naturdenkmale sein. Die Zuständigkeit einer Behörde richtet sich nach dem Standort: kommunale Straßen, Landes-oder Bundesstraßen.

Jürgens Eiche Naturdenkmal in Jerxen-Orbke bei Detmold - Foto: A. Heuwinkel-Otter
„Jürgens Eiche“, Naturdenkmal in Jerxen-Orbke, bei Detmold – Foto: A. Heuwinkel-Otter