Aktuelles

 

 

Spatz – Foto: A. Heuwinkel-Otter

 

Die Spatzen pfeifen es von den Dächern 

Das Netzwerk Baum- und Naturschutz (NBN) ist in der Aufbauphase.

Initiativen, die sich dem Netzwerk anschließen möchten,

melden sich bitte unter: info@n-bn.eu

 

 

„Der Spatz in der Hand ist besser als die Taube auf dem Dach.“

Hier finden sich Termine und Berichte über Aktionen, Übersicht zu aktuellen Studien, Interessante Links, Buchtipps, die ggf. ihrer Sache als Argumente dienen.

Stöbern lohnt, evtl. finden Sie ihren Spatz 🙂

 

Artikel

Neue Wohnungen braucht das Land? 

Dieses Aussage muss sehr wohl kritisch gesehen werden. Leerstand von vielen Wohnungen und Häusern sowie die abnehmende Zuwanderung und Geburtenrate in Deutschland zeichnen ein anderes Bild.

FAZ 15.01.21

 

Altlasten vergiften Grundwasser

15.01.2021 Die Region Bitterfeld-Wolfen ist durch die Chemie-Industrie stark belastet. Chemische Abfälle wurden in Ton und Braunkohlegruben entsorgt. Sie versickerten bis sie eine Tonlage stoppte, etwa in 50-70 Meter Tiefe. Das Pflanzenschutzmittel Lindan sickert aus der Deponie Antonie langsam nach. Die Chemikalien vergiften das Grundwasser auf einer Fläche von 25 km2. Ähnlich sieht es in Frankfurt am Industriepark Höchst, am Chemiepark Marl von Evonik betrieben, in Leverkusen bei Bayer, in Goslar bei H.C. Starck oder in Grenzach bie BASF aus. 270.000 Altlastflächen soll es nach Sven Hagemann (Endlagerforschungszentrum , Braunschweig) in Deutschland geben. Altlasten werden gemanagt, nicht entsorgt. Vergiftetes Grundwasser wird abgepumpt. belastete Bodenschichten abgetragen, Deponien von oben abgedichtet, unterirdische Dichtwände gebaut, um Wohngebiete oder Gewässer zu schützen. Entfernen und entsorgen sei zu teuer. Allein in Bitterfeld würde das 500 Milliarden Euro kosten. So bezahlt man lieber jedes Jahr 50 Millionen Euro für das managen der Giftstoffe. Die Entsorgung der Deponie Antonie würde etwa 12 Millionen LKW-Ladungen füllen. Unvorstellbare Mengen Gift sind in Deutschland vorhanden und neue kommen hinzu: Mikro- und Nanoplastik, Medikamente, beschichtete Lebensmittelverpackungen (Pizzakarton, Einmalbecher),per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) aus Löschmitteln, synthetische Sport- und Regenkleidung. Auch diese Stoffe verschmutzen Böden, Gewässer und das Grundwasser.

In der Schweiz werden die Umweltsünden der Vergangenheit beseitigt, da die Dichtungswände irgendwann undicht werden, Folgekosten und möglichen Gefahren soll so begegnet werden. Ansonsten hilft nur die „Nulldiät“, keine Produktion dieser Stoffe mehr, erklärt der Altlastenexperte Martin Forter (Schweiz). (SZ „Pumpen ohne Ende“, 11.01.2021)

 

Klagerecht für Umweltverbände einschränken

29.12.2020 Die große Koalition will Umweltverbänden das Klagen erschweren. „Wir müssen das Verbandsklagerecht auf Umweltverbände beschränken, die unmittelbar betroffen sind“, erklärte der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion, Carsten Linnemann (CDU), dem „Handelsblatt“. Artikel: Die Welt, Deutschlandfunk  

Leserbrief Lippische Landes-Zeitung 9./10.01.2021, Seite 2

 

 

„Danni bleibt“ – Rodung abgeschlossen

Verschiedene Initiativen wollten den Dannenröder Wald erhalten und die Trasse A-49 (Autobahn Kassel – Gießen) umplanen. Rund 250.000 Menschen schrieben Bundesverkehrsminister Scheuer und den hessischen Verkehrsminister Al-Wazir an, für den Erhalt des Dannenröder Waldes und eine klimagerechte Verkehrspolitik. Tausende kamen zu einer der Demonstrationen vor Ort. Die Stimmen der Naturschützer wurden nicht gehört.

10.12.2020 Der BUND schreibt: – Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch – Wir werden weiter gegen den Bau der A49 kämpfen – und gegen den Bau unsinniger neuer Autobahnen und Bundesstraßen. Der aktuelle Bundesverkehrswegeplan (BVWP) sieht allein 850 Kilometer neue Autobahnen bis 2030 vor. Im nächsten Jahr  wird der Bedarfsplans zum BVWP 2030 aufgestellt. Alle Projekte kommen auf den Prüfstand. Die Gelegenheit, endlich die Weichen in Richtung Mobilitätswende zu stellen und das Schienennetzes sowie den öffentlichen Personennahverkehr zu verbessern. 8.12.2020 Rodung abgeschlossen. Die Rodungsarbeiten für den Lückenschluss der A49 hatten am 10.11. im Dannenröder Forst begonnen. Im Oktober waren bereits im Herrenwald bei Stadtallendorf sowie im Maulbacher Wald bei Homberg Bäume gefällt worden – auch unter Protesten von Umweltschützern. Die Rodungsfläche für die neue Trasse, umfasst nach Angaben der Projektgesellschaft Deges rund 85 Hektar. Ein trauriger Tag für alle, die sich zum Erhalt des Waldes eingesetzt haben.

16.11.2020 Artikel aus dem aktuellen Spiegel: Durchsetzung politisch überholter Verbindlichkeiten, Vollzug eines nicht mehr zeitgemäßen Vertrags –  Bau der A 49 durch den Dannenröder Wald. Auszüge:

„Nun hat man schon vor Langem angefangen, Auswege zu erarbeiten – etwa in Form von Biodiversitäts- und Klimaabkommen. Diese Verträge, Abkommen, Erklärungen sollen Menschen, Nicht-Menschen und Menschheit vor dem ökologischen Kollaps bewahren. Und genau diese werden nun gebrochen. Warum? Weil einige die Macht haben zu entscheiden, dass es in Ordnung ist, das Pariser Abkommen zu brechen, nicht aber einen Straßenbauvertrag. Weil es für Entscheider okay ist, die Einhaltung von Biodiversitätsabkommen zu gefährden, nicht aber einen Koalitionsbeschluss. Die entscheidende Feststellung vom Dannenröder Wald ist die: Wir werden in den nächsten Jahren immer weiter, immer mehr Verträge brechen müssen. Die Frage ist nur, welche das sein werden – und wer die Macht hat zu entscheiden. …

Die gute Nachricht: Was Menschen geschaffen haben, können sie auch revidieren, oder reformieren, revolutionieren. Und da es jetzt ernst ist, müssen wir das auch. Es geht weiter: Wenn eine Autobahn genehmigt wird, bis zur Umsetzung aber sämtliche   Entscheidungsgrundlagen für diese Genehmigung verändert sind, dann braucht es offensichtlich Mechanismen – Systeme – die möglich machen, dass veränderte Voraussetzungen veränderte Entscheidungen ermöglichen. Das gilt nicht nur für diese eine Autobahn, das gilt für alle Infrastrukturprojekte, ja für schlicht alles, was wir in dieser Gesellschaft tun.“

 

 

Aktionen

 

Hambacher Forst

18.01.2021 Michael Zobel schreibt: Liebe Wald- und Naturschützer*innen, Pressevertreter*innen, Mitmenschen…

Lockdown überall. Wirklich überall? Nein, NRWE hält keinen Abstand und baggert weiter, ein großes Polizeiaufgebot schützt die Zerstörung von Dörfern und die Vernichtung unserer Lebensgrundlagen. Die Warnungen der Wissenschaft werden weiter ignoriert.

Die Menschen in Lützerath am Tagebau Garzweiler sind die ersten, die zu spüren bekommen, was vom frisch gebackenen CDU-Vorsitzenden Armin Laschet in Sachen Klimapolitik zu erwarten ist. So sah es heute Morgen, 18. Januar, in Lützerath aus (Foto s.u.). Mit Billigung und tatkräftiger Unterstützung unseres „Landesvaters“ werden Wohnhäuser in einem bewohnten Ort zerstört, werden Menschen vertrieben…  Was bedeutet nochmal das „C“ im Parteinamen?

Dazu Meldungen der letzten Tage und Wochen, Auszüge:

Wir werden nicht aufgeben, wir machen weiter. 

Sonntag, 24. Januar 2021, 81 (!) Monate Wald- und Dorfspaziergänge, Wald statt Kohle – diesmal ganz anders

Selbstverständlich können wir unter den momentanen Umständen keinen wie üblich großen geführten Spaziergang anbieten.

Unterstützung tut überall Not, sei es im Hambacher Wald, in Lützerath oder den anderen Dörfern rund um die Tagebaue. Das bedeutet für den kommenden Sonntag: Kommt in den Wald, in die Dörfer, zu den Orten der Zerstörung. Zeigt den Menschen dort, dass sie nicht alleine sind, dass sie speziell in diesem richtungsweisenden Jahr auf Euch zählen können. Im Wald und in Lützerath trefft Ihr Menschen, sie sind auf Euch vorbereitet, auf Gespräche, auf Fragen, auf spannende Begegnungen. 

Auch wir werden im/am Hambi unterwegs sein. Wir haben einiges zu erzählen. Gegen alle Verlautbarungen ist der Wald nicht gerettet. RWE setzt das Zerstörungswerk fort, nicht ohne tatkräftige Unterstützung aus der Politik. Startpunkt am Hambi die Unterstraße in Morschenich, von da zum Wald, am Tagebau Garzweiler die Mahnwache an der L277 in Lützerath

Die nächsten Spaziergänge unter Vorbehalt: 14. Februar Keyenberg, 14. März Hambacher Wald, 11. April Dörfer, 9. Mai/Muttertag – das Jubiläum – 6 Jahre Waldspaziergang Hambacher Wald.

Mehr unter:

https://twitter.com/AlleDoerfer

https://twitter.com/mawaluetzerath

https://twitter.com/unserallerwald

https://verheizte-heimat.de/

https://twitter.com/Kirche_an_Kante

Wir halten Sie/Euch auf dem Laufenden, auf www.naturfuehrung.com

Eva Töller, Michael Zobel, Alle Dörfer bleiben und viele Unterstützer*innen

 

Abriss am 18.01.2021 in dem noch bewohnten Lützerath

 

 

BI Hau und Holzwiese

23.10.2020 Horb-Ahldorf, am Neckar. Der BI Hau und Holzwiese ist es gelungen: Gewerbegebiet rückgängig gemacht. Mit 16 zu acht stimmen wurde das Gewerbegebiet Ahldorf vom Gemeinderat begraben. Ein toller Erfolg und  großartige Leistung. Herzlichen Glückwunsch nach Horb! Es geht also….  Arldorf Gewerbegebiet rückgängig gemacht

 

Baumschutzgruppe Düsseldorf  – Erhalt der Platanen am Düsseldorfer Hauptbahnhof

Am 25.05.2020 startet die Baumschutzgruppe Düsseldorf ihre Petition zum Erhalt der Platanen. Die Übergabe der über 6.000 Unterschriften (digital und analog) an Oberbürgermeister Thomas Geisel erfolgte am Freitag, den 11. September durch Andrea Vogelgesang (Pressemeldung). Fotos: Bodo P. Schmitz

Überschriftenübergabe

 

Aktionsbündnis: Schützt Menschen und Tiere im Detmolder Westen e.V.

Sonntag 23.08.2020 Sven Giegold, Sprecher der deutschen Grünen im Europaparlament, besuchte Detmold/Jerxen-Orbke. Um 15:30 Uhr erfolgte mit Robin Wagener (Landratskandidat der Grünen für den Kreis Lippe) und rund 20 BürgerInnen ein einstündiger Spaziergang zum NSG Oetternbach, danach bis ca. 18:00 Uhr diskutierten Bürgerinnen und Bürger im Orbker Krug – Syrtaki. Mehr: info@oetternbach.de     PM Europa kümmert sich um Lippe

Vorne Mitte: Sven Giegold, li. hinter ihm: Robin Wagener

 

 

Selbst aktiv werden – Mitmachen

BIONALES-Bürger für regionale Landwirtschaft und Ernährung e.V. und NaWi NachhaltigkeitsWIRkstatt Wölfersheim

Am 8.11.2020 wurde ein Film (45 Min.) mit Sepp Braun, Biobauer aus Freising gezeigt. Ökologisch ausgerichtete Landwirtschaft, die komplett auf Mineraldünger verzichtet und beste Ernteerträge erzielt ist möglich. Ackerböden, die immer besser ihre Funktion als Kohlenstoffspeicher erfüllen können und vielen Lebenswesen Lebensraum bieten, könnten „erzeugt“ werden. Karl Moch, Grüne Friedberg, Vorstand und BIONALES, Projektleiter Die BodenRetterInnen sagt: „Da die EU und die Bundesregierung und insbesondere die Bundeslandwirtschaftsministerin erneut komplett versagt haben, müssen die Bürger alles dafür tun, möglichst große Schritte in der richtigen Richtung zu machen. In Hessen gibt es die Ökolandbau Region Wetterau, eine Initiative des hessischen Grünen Landwirtschaftsministerium, die nun in allen hessischen Landkreisen durchgeführt wird. Das lässt hoffen, zu mindestens für Hessen.“ Trailer auf Youtube

 

Mehrere BI’s wehren sich gegen den Kohleabbau

Wir machen weiter bis der letzte Kohlebagger steht. Die Regierung hat uns eine Kampfansage gemacht. Unsere Dörfer sollen vernichtet werden. Auch wenn das Klima dabei zerstört wird und obwohl die Braunkohle nicht mehr rentabel ist.

Aktions- Bündnis „Datteln 4 stoppen wir“ 

Am Freitag den 14.08.2020 von 15:00 bis 17:00 Uhr, fand vor dem Kraftwerk und auf dem Dortmund Ems Kanal eine Demonstration statt, gegen den Betrieb des Dattelner Kraftwerks. Dafür wurden Kanus und Faltboote organisiert, die dann zur Demo am Kraftwerkstandort paddelten. Kontaktdaten Mail: D4sw@posteo.de

facebook.com/events/206239540825825/

Instagram Twitter:  @Datteln 4

GRÜNE LIGA e.V. 

Sonntag, 16.08.2020, Wald statt Kohle, 76 Monate, Sonntagsspaziergang im Hambacher Wald „Hambi“. Es geht um die Dörfer am Tagebau Garzweiler: Keyenberg, Lützerath, Kuckum, Ober- und Unterwestrich, Berverath.

Bündnis „Alle Dörfer bleiben“ (ADB)

Sonntag, 13.09.2020, Wald statt Kohle, 77 Monate, Dorfspaziergang am Tagebau Garzweiler. Wir stellen uns schützend vor die Dörfer. Mehr unter: https://www.alle-doerfer-bleiben.de/

Sonntag, 20.09.2020, Waldspaziergang in der Lausitz, wir unterstützen die Menschen in allen Braunkohlerevieren – die Kohle muss auch dort im Boden bleiben…

Weitere Informationen zu Terminen und Aktionen auf www.naturfuehrung.com, Eva Töller, Michael Zobel, Antje Grothus, Todde Kemmerich und viele Unterstützer*innen

 

Interessante Links

BR Wissen Spannende Hintergründe aus Wissenschaft und Forschung. Videos, Podcasts und mehr: br.de/wissen.

Spezielle Themen zur Umwelt: https://www.br.de/wissen/umwelt/index.html

 

Buchtipps

Das stille Sterben der Schmetterlinge. Das vierfarbige und zweisprachige (deutsch/englisch) Buch thematisiert den Niedergang von ausgewählten, verschiedenen Schmetterlingsarten in NRW, aufgrund von Nachweismeldungen in den Jahren 1975-2017. Grundlage bildet die Datenbank der Arbeitsgemeinschaft Rheinisch-Westfälischer Lepidoperologen e.V., die auch Mitherausgeber ist. Behandelt werden außerdem die Gründe für das Schwinden von Schmetterlingen sowie Lösungsvorschläge und Maßnahmen, um diesem spezifischen Artenschwund zu begegnen. Link zur Leseprobe

 

Rudolf Pähler, Hans Dudler, Axel Hille (2019) Das stille Sterben der Schmetterlinge. Eigenverlag R. Pähler, Druck Bonifacius GmbH, Paderborn. Hardcover, 336 Seiten, vierfarbig, deutsch/englisch. Buchpreis:  27,85 € plus 5 % MwSt (29,24 €) plus Versandkosten.

Bestellen: Rudolf Pähler: Rudolf@Paehler.biz

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dr. Thilo Sekol hat u.a. durch Berechnungen nachgewiesen, dass neue Siedlungsgebiete (Gewerbe- und Wohngebiete) nicht die erhofften Einnahmen für die Gemeinden bringen, sondern im Gegenteil, den Kommunalhaushalt belasten. Hinzu kommt der ökologische Schaden, der nicht zu kompensieren ist… Inhaltsverzeichnis

 

 

Thilo Sekol (2020) Der Flächenwahnsinn. Cuvillier Verlag, 216 Seiten.

ISBN-13 (Hard Copy): 9783736972759 // ISBN-13 (eBook): 978373696

Buch: EUR 34,90 // E-book: EUR 24,90

 

 

…. des Jahres

2021 wird der Große Wiesenkopf aus der Familie der Rosengewächse die Blume des Jahres, gab die Loki-Schmidt- Stiftung im Oktober 2020 bekannt. Sie und ihre Begleitarten sind auf spezielle, feuchte bis nasse Wiesen angewiesen, die nur extensiv genutzt werden. Diese Flächen werden immer weniger.

Foto: Angelica Jerzewski – Sanguisorba officinalis_Angelica Jerzewski
Foto: Großer Wiesenkopf (Sanguisorba officinalis), Foto – Angelica Jerzewski

 

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