Aktuelles

 

Spatz – Foto: A. Heuwinkel-Otter

Die Spatzen pfeifen es von den Dächern 

Das Netzwerk Baum- und Naturschutz (NBN) entwickelt sich ständig weiter.

Initiativen, die sich dem Netzwerk anschließen möchten, gerne melden

unter: info@n-bn.eu

 

 

„Der Spatz in der Hand ist besser als die Taube auf dem Dach.“

Hier finden sich Termine, interessante Links und Informationen zu …. des Jahres. Vielerlei Informationen, die zum Mitmachen anregen und ggf. ihrer Sache als Argumente dienen. Stöbern lohnt, evtl. finden Sie ihren Spatz 🙂

 

Termine

Rettet Lützerath – Wir sehen uns an der Kante! 

Michael Zobel

6.12.2022 Wer erinnert sich an den Juli 2022, Berlin? Der Bundestag äußerte sich zu Lützerath: „Der Deutsche Bundestag befürwortet zudem den Erhalt des Dorfes Lützerath am Tagebau Garzweiler und den Verzicht auf die Nutzung der Braunkohle unter dem Dorf.“ Und was passiert aktuell in Düsseldorf und Aachen? Mitte Januar ´23 soll es losgehen. Vier Jahre nach dem Tod von Steffen Meyn, während der rechtwidrigen Räumung im Hambacher Wald, steht nun der nächste große Polizeieinsatz bevor, von Landesinnenminister Herbert Reul geplant.

Nicht alle stehen hinter der anversierten Räumung. Sogar Parteikollegen von Reul sprechen sich für den Erhalt von Lützerath aus. „Wir wollen jeden Quadratmeter, den wir in Erkelenz erhalten können, erhalten. Dazu zählt auch Lützerath“, sagt Erster Beigeordneter Dr. Hans-Heiner Gotzen (CDU). „Klimaaktivisten werden manchmal als ‚gefährliche Radikale‘ dargestellt. Aber die wirklich gefährlichen Radikalen sind die Länder, die die Produktion von fossilen Brennstoffen erhöhen. Investitionen in neue fossile Infrastruktur sind moralischer und wirtschaftlicher Wahnsinn!“, António Guterres, Generalsekretär der Vereinten Nationen. Viele sind nicht einverstanden mit den Plänen in NRW, deshalb geht der Protest weiter:

 

 

Interessante Links

BR Wissen Spannende Hintergründe aus Wissenschaft und Forschung. Videos, Podcasts und mehr: br.de/wissen.

Spezielle Themen zur Umwelt: https://www.br.de/wissen/umwelt/index.html

 

Blumen, Bäume, Insekten, Vögel …  des Jahres 

Blume des Jahres: Loki Schmidt (Lehrerin, Ehefrau des ehemaligen deutschen Bundeskanzlers Helmut Schmidt, * 3.03.1919, Hamburg, † 21.10.2010 ebenda) erwarb in den 70er Jahren eine erste Wiese, um wilde Narzisse zu schützen. 1976 gründete sie in Hamburg das „Kuratorium zum Schutze gefährdeter Pflanzen“ welches 1979 in eine Stiftung überführt wurde. Im gesamten Bundesgebiet kamen Grundstücke hinzu. 1990 entstand die heutige „Stiftung Naturschutz Hamburg und Stiftung Loki Schmidt zum Schutze gefährdeter Pflanzen“ mit der Kurzbezeichnung „Loki Schmidt Stiftung“. Der Stiftung gehören heute Grundstücke in 10 Bundesländern, die zum Überleben zahlreicher Pflanzen- und Tierarten beitragen. Das Stiftungsland ist das wertvollste Kapital der Stiftung, welches bewahrt und vermehrt wird. 1980 erfolgte erstmals die Wahl zur „Blume des Jahres“, als Aufklärungskampagne. Die Ausrufung zur Blume des Jahres erfolgt meist im Oktober. Die Aktion informiert über den ökologischen Wert von Wildblumen und deren Lebensräume, mit dem Ziel für einen besseren Schutz der ausgewählten Arten. 

Baum des Jahres: Silvius Wodarz (deutscher Forstbeamte, Umwelt- und Naturschützer, * 14.12.1930 in Ratibor, Oberschlesien, † 29. 12.2018, Marktredwitz, Oberfranken). Seine Arbeit im „Kuratorium für Waldarbeit und Forsttechnik (KWF)“ und eine Reihe von Modernisierungen in der Ausbildung zum/zur Forstwirt/in machten in Fachkreisen bekannt. Bundesweit wurde sein Name ein Begriff, als Initiator und Vorsitzender des Vereins und Kuratoriums „Baum des Jahres“, denn bereits in den 80er Jahren war das sog. Waldsterben ein Thema. Ab 1989 begann der Verein mit der Stieleiche die Ausrufung zum Baum des Jahres. 

Insekt des Jahres: Seit 1999 ruft das Kuratorium  „Insekt des Jahres“, gegründet von Prof. Dr. Holger Heinrich Dathe (damaliger Leiter des Deutschen Entomologischen Instituts, * 29. Juni 1945, Gettengrün, Sachsen), die Aktion aus. Seit dem wählt eine Kommission (namhafte Entomologen, Vertreter von Forschungsinstitutionen und Naturschutzorganisationen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz) jedes Jahr eine Insektenart aus. Sie soll bekannt gemacht werden, aufgrund ihrer besonderen Wichtigkeit für das Ökosystem, besonderen Seltenheit, ästhetischen Wertes oder auch wegen ihrer „Gewöhnlichkeit“. Die Aktion wird vom Senckenberg Deutschen Entomologischen Institut in Müncheberg koordiniert. Das Insektenvolk, auch als Kerbtiere bezeichnet, umfasst weltweit etwa eine Million Arten von denen rund 35.000 in Deutschland vorkommen.

Vogel des Jahres: Seit 1971 vom Naturschutzbund Deutschland (NABU) und dem Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) eingeführt. In Baden-Württemberg rief der Landesverband des NABU  (damals „Deutscher Bund für Vogelschutz“,  DBV) 1970 die erste Wahl zum Vogel des Jahres ins Leben. Gewählt wurde der Graureiher. Die beiden Naturschutzorganisatoren sind sozusagen die Erfinder des „…. des Jahres“. Seit 1971 erfolgt die Vogelwahl bundesweit. Zum 50. Jubiläum der Aktion 2020 wurde erstmals die Bevölkerung, an der Wahl für das Jahr 2021 beteiligt. Ab 2022 wird der Vogel des Jahres dauerhaft öffentlich gewählt, wobei die Vorauswahl von fünf Vogelarten zukünftig durch ein Fachgremium des NABU erfolgt.

 

2023

 

Landkärtchen – Insekt des Jahres 2023

Eine Edelschmetterlingsart, von der es farblich unterschiedliche Frühjahrs- und Sommerarten gibt.  Die Frühjahrsgeneration hat eine orange Grundfarbe mit schwarzen Zeichnungselementen (Form levana). Die Sommergeneration ist kaum farbig, vorwiegend schwarz, mit einem gebogenen weißen Band am Vorder- und Hinterflügel (Form prorsa). Warum sich dieser Farbunterschied entwickelt hat, ist ungeklärt. Die Eier legt das Landkärtchen in kurzen Schnüren, an die Blattunterseite von der Großen Brennnessel. Für ihre erfolgreiche Entwicklung zu schwarzen Raupen mit Dornen und dann zu Puppen ist eine hohe Luftfeuchtigkeit notwendig. Deshalb werden Brennnessel genutzt, die an feuchteren Stellen wachsen, z.B. in Bach- und Flusstälern. Der Falter ist ein Indikator für eine ökologisch intakte Kulturlandschaft, die in Deutschland immer seltener wird, aufgrund von trockengelegten Feuchtgebieten, Bebauung oder Überdüngung. Mehr

 

Moorbirke – Baum des Jahres 2023

Moor-Birke ist nicht ganz leicht von der Sandbirke zu unterscheiden. Mit ihrer Ausrufung zum Baum des Jahres 2023 durch die Dr. Silvius Wodarz Stiftung wird u.a. auf die Bedeutung von Mooren als Lebensraum und als wichtiger CO2 Speicher hingewiesen. Ihre Heimat die Moore sind bedroht. In Deutschland wurden über 90 Prozent der ursprünglichen Moorflächen entwässert. Intakte, naturnahe Moore sind Klima- und Artenschützer. Die Wiedervernässung von Mooren, von der Bundesregierung gefördert, ist deshalb eine wichtige Aufgabe. Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir, hat die Schirmherrschaft für die Moorbirke übernommen.

 

Kleine Braunelle – Blume des Jahres 2023

Die Loki Schmidt Stiftung ruft mit der Wahl der Kleinen Braunelle zum Erhalt von artenreichen Wiesen und Wegrändern auf. Die 25 Zentimeter hohe, violett blühende Wildblume blüht von Juni bis Oktober. Sie gehört zur Pflanzenfamilie der Lippenblütengewächse. Weil sie bis in den Herbt hinein blüht ist sie eine wichtige Nahrungsquelle für Insekten (Schmetterlinge, Bienen Hummeln). Die größte Gefahr für die Kleine Braunelle bildet der viele Stickstoff in der Umwelt, verursacht durch Dünger, Gülle, Autoabgase, Verbrennungsprozesse in der Industrie und Abwasser. Wer die Kleine Braunelle anpflanzen möchte (Balkon oder Garten) kann bei der Stiftung eine Samenpostkarte bestellen, für drei Euro.

 

Kleine Braunelle - Foto: Julian Denstorf
Kleine Braunelle – Foto: Julian Denstorf

 

Braunkehlchen – Vogel des Jahres 2023

Das Braunkehlchen ist etwas so groß wie eine Meise. Es lebt auf feuchten Wiesen, Weiden, Brachen und Feldrändern und mag es, wenn auf diesen einzelne Büsche, hohe Stauden oder Zaunpfähle stehen. Dort lässt 28.10.2022 sich der Wiesenbrüter nieder, zum Singen oder Jagen. Das Braunkehlchen gehört zu den Arten, die unter der Flächenversiegelung und der intensiven Landwirtschaft leiden. In der Roten Liste 2020 Brutvögel Deutschlands, wird die Art in der Kategorie 2 als stark gefährdet geführt. In Deutschland leben nach Angaben der Naturschutzverbände noch 19.500 bis 35.000 Brutpaare. Den Winter verbringt das Braunkehlchenin Afrika,  meist südlich der Sahara. Im September macht es sich auf die mehr als 5.000 Kilometer lange Reise, enorm für so einen kleinen Vogel.

 

2022

Einbeere – Blume des Jahres 2022 

Die Loki Schmidt Stiftung wählte für das Jahr 2022 die vierblättrige Einbeere zur Blume des Jahres. Mit der Wahl will sie zum Schutz des Lebensraums der kleinen Pflanze aufrufen. Die Einbeere wächst vor allem in naturnahen und alten Wäldern. Naturnahe Wälder, d.h. ohne forstwirtschaftliche Nutzung, machen in Deutschland nur drei Prozent der Waldflächen aus. Sie sind in Deutschland selten und damit auch die Einbeere. In sechs Bundesländern steht sie bereits auf der Roten Liste der gefährdeten Pflanzen. Die Einbeere bildet pro Pflanzentrieb nur eine einzige Beere. Damit ist ihre Fernausbreitung mittels Samen begrenzt. Vor allem breitet sie sich unterirdisch über Erdsprosse (Rhizome) aus. 

 

Symbolbild

Foto: Loki Schmidt Stiftung


Rotbuche – Baum des Jahres 2022

Für das Jahr 2022 wurde bereits die Rotbuche („Fagus Sylvaticus“, geläufig als Buche) von der Dr. Silvius Wodarz Stiftung zum Baum des Jahres gekürt. Sie ist die häufigste Laubbaumart in Deutschlands Wäldern. Mit ihrem Höhenwuchs von bis zu 45 Meter kann sie die meisten anderen Laubbäume übertreffen. Auffällig ist ihre bis ins hohe Alter glatte, silbergraue, gegen direkte Sonnenbestrahlung empfindliche Rinde. Im Wald wächst sie meist schlank – mit einem etwa 25 Metern astfreien Stamm und mit schräg nach oben gerichteten Kronenästen. Im Freistand geht die Buche eher in die Breite und es beginnt auf einem wuchtigen Stamm in zwei bis drei Metern Höhe eine ausladende Krone. In Deutschland wird sie selten älter als 300 bis 350 Jahre.  

Buchenbannwald, Lemgo-Lüerdissen – Foto: Frank Möller

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Buchenblatt im Teotoburger Wald - Foto: Frank Möller
Buchenblatt, Teutoburger Wald – Foto: Frank Möller

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schwarzhalsige Kamelhalsfliege – Insekt des Jahres 2022

29.11.2021 Im November wurde die Schwarzhalsige Kamelhalsfliege zum „Insekt des Jahres 2022“ von dem Kuratorium unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Thomas Schmitt, Senckenberg Deutsches Entomologisches Institut in Müncheberg, gekürt. Weltweit sind nur etwa 250 Kamelhalsfliegen-Arten bekannt, in Mitteleuropa sind es bislang 16 Arten beschrieben. Ausgewachsene Tiere ernähren sich gerne von Blattläusen. Die Larven leben unter der Baumrinde oder am Boden. Sie ernähren sich gerne von Borken- und Bockkäfern sowie von Nonneneiern, einer forstschädigenden Schmetterlingsart. Die Larvalentwicklung dauert bei den meisten Arten zwei bis drei Jahre, manchmal je nach Art bis zu bis zu sechs Jahren. In dieser Zeit häuten sich die Tiere 9- bis 13-mal. Nützlinge, die eine lange Zeit für ihre Entwicklung brauchen.

 

2021

Stechpalme – Baum des Jahres 2021 

2021 hat die Dr. Silvius Wodarz Stiftung wie jedes Jahr einen Jahresbaum ausgerufen: Die Stechpalme. Diese heimische Art wächst oft mehr als Strauch und weniger als Baum, kann jedoch zw. 10 und 15 Metern hoch werden, je nach Lichtverhältnissen. Die Stechpalme hat stachlige Blätter, rote Beeren als Früchte und ist immer grün auch im Winter. In Deutschland stehen wildwachsende Stechpalmen seit 1935, heute nach der Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV) unter Schutz. 


Großer Wiesenkopf – Blume des Jahres 2021 

2021 wird der Große Wiesenkopf aus der Familie der Rosengewächse die Blume des Jahres, gab die Loki-Schmidt- Stiftung im Oktober 2020 bekannt. Sie und ihre Begleitarten sind auf spezielle, feuchte bis nasse Wiesen angewiesen, die nur extensiv genutzt werden. Diese Flächen werden immer weniger.

Foto: Angelica Jerzewski – Sanguisorba officinalis_Angelica Jerzewski
Foto: Großer Wiesenkopf (Sanguisorba officinalis) – Foto: Angelica Jerzewski