Aktuelles

 

 

Spatz – Foto: A. Heuwinkel-Otter

Die Spatzen pfeifen es von den Dächern 

Das Netzwerk Baum- und Naturschutz (NBN) entwickelt sich ständig weiter.

Initiativen, die sich dem Netzwerk anschließen möchten, bitte melden

 unter: info@n-bn.eu

 

 

„Der Spatz in der Hand ist besser als die Taube auf dem Dach.“

Hier finden sich Interessante Links und Informationen zu …. des Jahres. Vielerlei Informationen, die ggf. ihrer Sache als Argumente dienen. Stöbern lohnt, evtl. finden Sie ihren Spatz 🙂

 

Interessante Links

BR Wissen Spannende Hintergründe aus Wissenschaft und Forschung. Videos, Podcasts und mehr: br.de/wissen.

Spezielle Themen zur Umwelt: https://www.br.de/wissen/umwelt/index.html

 

Blumen, Bäume, Insekten, Vögel …  des Jahres 

Blume des Jahres: Loki Schmidt (Lehrerin, Ehefrau des ehemaligen deutschen Bundeskanzlers Helmut Schmidt, * 3.03.1919, Hamburg, † 21.10.2010 ebenda) erwarb in den 70er Jahren eine erste Wiese, um wilde Narzisse zu schützen. 1976 gründete sie in Hamburg das „Kuratorium zum Schutze gefährdeter Pflanzen“ welches 1979 in eine Stiftung überführt wurde. Im gesamten Bundesgebiet kamen Grundstücke hinzu. 1990 entstand die heutige „Stiftung Naturschutz Hamburg und Stiftung Loki Schmidt zum Schutze gefährdeter Pflanzen“ mit der Kurzbezeichnung „Loki Schmidt Stiftung“. Der Stiftung gehören heute Grundstücke in 10 Bundesländern, die zum Überleben zahlreicher Pflanzen- und Tierarten beitragen. Das Stiftungsland ist das wertvollste Kapital der Stiftung, welches bewahrt und vermehrt wird. 1980 erfolgte erstmals die Wahl zur „Blume des Jahres“, als Aufklärungskampagne. Die Ausrufung zur Blume des Jahres erfolgt meist im Oktober. Die Aktion informiert über den ökologischen Wert von Wildblumen und deren Lebensräume, mit dem Ziel für einen besseren Schutz der ausgewählten Arten. 

Baum des Jahres: Silvius Wodarz (deutscher Forstbeamte, Umwelt- und Naturschützer, * 14.12.1930 in Ratibor, Oberschlesien, † 29. 12.2018, Marktredwitz, Oberfranken). Seine Arbeit im „Kuratorium für Waldarbeit und Forsttechnik (KWF)“ und eine Reihe von Modernisierungen in der Ausbildung zum/zur Forstwirt/in machten in Fachkreisen bekannt. Bundesweit wurde sein Name ein Begriff, als Initiator und Vorsitzender des Vereins und Kuratoriums „Baum des Jahres“, denn bereits in den 80er Jahren war das sog. Waldsterben ein Thema. Ab 1989 begann der Verein mit der Stieleiche die Ausrufung zum Baum des Jahres. 

Insekt des Jahres: Seit 1999 ruft das Kuratorium  „Insekt des Jahres“, gegründet von Prof. Dr. Holger Heinrich Dathe (damaliger Leiter des Deutschen Entomologischen Instituts, * 29. Juni 1945, Gettengrün, Sachsen), die Aktion aus. Seit dem wählt eine Kommission (namhafte Entomologen, Vertreter von Forschungsinstitutionen und Naturschutzorganisationen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz) jedes Jahr eine Insektenart aus. Sie soll bekannt gemacht werden, aufgrund ihrer besonderen Wichtigkeit für das Ökosystem, besonderen Seltenheit, ästhetischen Wertes oder auch wegen ihrer „Gewöhnlichkeit“. Die Aktion wird vom Senckenberg Deutschen Entomologischen Institut in Müncheberg koordiniert. Das Insektenvolk, auch als Kerbtiere bezeichnet, umfasst weltweit etwa eine Million Arten von denen rund 35.000 in Deutschland vorkommen.

Vogel des Jahres: Seit 1971 vom Naturschutzbund Deutschland (NABU) und dem Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) eingeführt. In Baden-Württemberg rief der Landesverband des NABU  (damals „Deutscher Bund für Vogelschutz“,  DBV) 1970 die erste Wahl zum Vogel des Jahres ins Leben. Gewählt wurde der Graureiher. Die beiden Naturschutzorganisatoren sind sozusagen die Erfinder des „…. des Jahres“. Seit 1971 erfolgt die Vogelwahl bundesweit. Zum 50. Jubiläum der Aktion 2020 wurde erstmals die Bevölkerung, an der Wahl für das Jahr 2021 beteiligt. Ab 2022 wird der Vogel des Jahres dauerhaft öffentlich gewählt, wobei die Vorauswahl von fünf Vogelarten zukünftig durch ein Fachgremium des NABU erfolgt.

 

2022

Die Loki Schmidt Stiftung wählte für das Jahr 2022 die vierblättrige Einbeere zur Blume des Jahres. Mit der Wahl will sie zum Schutz des Lebensraums der kleinen Pflanze aufrufen. Die Einbeere wächst vor allem in naturnahen und alten Wäldern. Naturnahe Wälder, d.h. ohne forstwirtschaftliche Nutzung, machen in Deutschland nur drei Prozent der Waldflächen aus. Sie sind in Deutschland selten und damit auch die Einbeere. In sechs Bundesländern steht sie bereits auf der Roten Liste der gefährdeten Pflanzen. Die Einbeere bildet pro Pflanzentrieb nur eine einzige Beere. Damit ist ihre Fernausbreitung mittels Samen begrenzt. Vor allem breitet sie sich unterirdisch über Erdsprosse (Rhizome) aus. 

 

Symbolbild

Foto: Loki Schmidt Stiftung


Für das Jahr 2022 wurde bereits die Rotbuche („Fagus Sylvaticus“, geläufig als Buche) von der Dr. Silvius Wodarz Stiftung zum Baum des Jahres gekürt. Sie ist die häufigste Laubbaumart in Deutschlands Wäldern. Mit ihrem Höhenwuchs von bis zu 45 Meter kann sie die meisten anderen Laubbäume übertreffen. Auffällig ist ihre bis ins hohe Alter glatte, silbergraue, gegen direkte Sonnenbestrahlung empfindliche Rinde. Im Wald wächst sie meist schlank – mit einem etwa 25 Metern astfreien Stamm und mit schräg nach oben gerichteten Kronenästen. Im Freistand geht die Buche eher in die Breite und es beginnt auf einem wuchtigen Stamm in zwei bis drei Metern Höhe eine ausladende Krone. In Deutschland wird sie selten älter als 300 bis 350 Jahre.  

Buchenbannwald, Lemgo-Lüerdissen – Foto: Frank Möller

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Buchenblatt im Teotoburger Wald - Foto: Frank Möller
Buchenblatt, Teutoburger Wald – Foto: Frank Möller

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schwarzhalsige Kamelhalsfliege

 

 

 

2021

2021 hat die Dr. Silvius Wodarz Stiftung wie jedes Jahr einen Jahresbaum ausgerufen. Die Stechpalme. Diese heimische Art wächst oft mehr als Strauch und weniger als Baum, kann jedoch zw. 10 und 15 Metern hoch werden, je nach Lichtverhältnissen. Die Stechpalme hat stachlige Blätter, rote Beeren als Früchte und ist immer grün auch im Winter. In Deutschland stehen wildwachsende Stechpalmen seit 1935, heute nach der Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV) unter Schutz. 


2021 wird der Große Wiesenkopf aus der Familie der Rosengewächse die Blume des Jahres, gab die Loki-Schmidt- Stiftung im Oktober 2020 bekannt. Sie und ihre Begleitarten sind auf spezielle, feuchte bis nasse Wiesen angewiesen, die nur extensiv genutzt werden. Diese Flächen werden immer weniger.

Foto: Angelica Jerzewski – Sanguisorba officinalis_Angelica Jerzewski
Foto: Großer Wiesenkopf (Sanguisorba officinalis), Foto – Angelica Jerzewski